7 gute Wege, um Filme im

Unterricht zu nutzen

Schulen benötigen Zugang zu Filmen. Da der Schulbesuch keine Privatangelegenheit ist, sieht das Urheberrecht für die Nutzung von audiovisuellen Inhalten im Unterricht bereits einige Erleichterungen vor. Daneben haben sich für den Schul- und Bildungsbereich spezielle Schul- und Bildungslizenzen etabliert, die den Einsatz von Filmen im Unterricht unkompliziert ermöglichen. Nachfolgend geben wir Lehrerinnen und Lehrern einen Überblick, wie sie grünes Licht für den Einsatz von Filmen im Unterricht erhalten. Sieben Wege führen schnell und sicher zum Ziel:
Durch die Nutzung eines bereits lizensierten Angebots  (staatliche und kirchliche Onlinedistribution und DVD-Verleih)

Filme auf DVD erhalten Sie kostenfrei bei Ihren kommunalen oder kirchlichen Verleihstellen. Diese Einrichtungen heißen Bildstellen, Medienstellen, Medienzentralen, Medienzentren oder Landesfilmdienste. Die hier erhältlichen DVDs wurden mit entsprechenden Lizenzen eingekauft (Verleih- und Vorführlizenzen, sogenannte V+Ö-Lizenzen). Das heißt, die Filmemacher/Rechteinhaber haben diesen Verleihstellen die nötigen Rechte eingeräumt, um die Filme im Unterricht vorführen zu dürfen. Die meisten Verleihstellen lizensieren Filme auch für die Onlinedistribution. Das bedeutet, dass viele Filme auch zum Download und/oder zum Streaming für Sie bereitstehen. Eine Liste der Verleihstellen in Deutschland finden sie hier.

WEG 1
Durch die Nutzung von gekennzeichneten „Schulfernsehsendungen“ gemäß § 47 UrhG

Das Schulfernsehen (§ 47 UrhG) besteht vorwiegend aus lehrplanrelevanten Dokumentarfilmen. Sie werden gesondert gekennzeichnet und in den Dritten Programmen der ARD ausgestrahlt. Diese Filme dürfen Kreismedienzentren aufnehmen und ihren LehrerInnen für den Unterricht zur Verfügung stellen. Allerdings müssen die Aufnahmen der Schulfernsehsendung am Ende des auf ihre Ausstrahlung folgenden Schuljahres wieder gelöscht werden. Schulfernsehsendungen können auch bei vielen Landesmedienzentren kostenlos als DVD bestellt werden. Noch bequemer erhalten Sie Zugriff über die Onlinedistribution Ihrer Verleihstellen.

WEG 2
Durch die Nutzung von Filmen, die als "Freie Inhalte" gekennzeichnet sind

Manche Filme oder audiovisuelle Materialien werden direkt für die schnelle und kostenfreie Weiterverwendung produziert oder dafür freigegeben. Die Nutzung dieser Materialien wird z.B. durch Creative Commons (CC-Lizenzen) oder ähnliche Lizenzmodelle geregelt. Medien dieser Art können für Unterrichtszwecke frei verwendet werden, sofern man die jeweiligen Lizenzbestimmungen einhält. Sie werden zusammenfassend häufig als „Open Educational Ressources“ (OER) bezeichnet. 

WEG 3
Durch Einholung einer (schriftlichen) Genehmigung

Manche Filmemacher/Rechteinhaber vergeben die Erlaubnis zur Nutzung Ihrer Filme selbst. Viele Dokumentarfilmer sind auch gerne bereit, weiteres Material und Informationen zu ihren Filmen zur Verfügung zu stellen. Lehrkräfte können die Filmemacher zudem in den Unterricht einladen, um mit den Schülern über den Film zu diskutieren. Aus diesem Grund sollte man Kontakt zur Produktionsfirma, dem TV-Sender oder dem Verlag aufnehmen und erfragen, zu welchen Konditionen eine Nutzung möglich ist. 

WEG 4
Durch die Nutzung von Filmausschnitten im Rahmen der Wissenschafts- und Bildungsschranke gemäß § 60a UrhG

Ab dem 1. März 2018 gilt zugunsten von Lehrenden eine gesonderte Möglichkeit, ohne vorherige Genehmigung Ausschnitte von Filmen zu verwenden: Die neue „Wissenschafts- und Bildungsschranke“ im Urheberrechtsgesetz (UrhG). Danach dürfen, abweichend von den zuvor genannten Regelungen, bis zu 15 Prozent eines Filmes auch ohne den Erwerb einer Lizenz oder die Einholung einer Genehmigung im Unterricht gezeigt werden. Ein Ausschnitt von mehr als 15 Prozent eines Films ist aber immer noch voll lizenzpflichtig. Außerdem fallen reine Lehrfilme nicht unter diese Regelung, die "ausschließlich für den Schuleinsatz geeignet und bestimmt" produziert wurden. Für den Unterrichtseinsatz solcher expliziten Lehrmedien und Lehrfilme benötigen sie immer eine Lizenz oder Genehmigung. Mehr zur Bildungs- und Wissenschaftsschranke finden Sie hier.

WEG 6
Durch​ die Nutzung von Filmen mit Schullizenz

Egal ob Spielfilm, Dokumentation oder Lehrfilm: Die allermeisten Filme mit Lehrplan-Bezug können am Markt mit Schullizenzen erworben werden (mit Vorführlizenzen, sogenanntes Ö-Recht). Und zwar über die gleichen, spezialisierten Verlage und Vertriebsfirmen, die seit Jahrzehnten das System der Bildstellen und Medienzentren mit lizensierten Filmen versorgen. Am Markt befinden sich DVD-Angebote, Downloads/Streamings, Jahreslizenzen und die Möglichkeit, ganze Mediatheken auf begrenzte Zeit zu mieten. Eine Liste der bestehenden Anbieter haben wir Ihnen hier zusammengestellt.

WEG 5
Durch einen Kinobesuch

Neue Filme, insbesondere Kinofilme, sind häufig noch nicht auf DVD erhältlich oder auf den Medienservern zu finden. Gerade für schulrelevante Filme gibt es aber dennoch gesondertes Lehrmaterial, das zusammen mit einem Kinobesuch in der Schule eingesetzt werden kann. Weitere Informationen hierzu finden Sie auf den Seiten von Vision Kino.

WEG 7

Eine Initiative der deutschen Filmwirtschaft